Gastroskopie

Die erste überlieferte Spiegelung des Magens stammt aus dem Jahr 1868, als Kussmaul die Gastroskopie mit einem starren Gastroskop an einem Schwertschlucker demonstrierte. Ein Beleuchtungssytems (1891 Mikulicz/Leiter) und die Integration von Kanälen als Biopsiemöglichkeit (1905 Jackson) waren die nächsten Schritte in der Entwicklung der starren Endoskopie.

Aber erst mit Einführung der Linsensysteme 1932 durch Schindler und Wolf und der damit verbundenen Entwicklung halbflexibler Endoskope wurde die Gastroskopie ungefährlicher. Die Ära der vollflexiblen Geräte wurde mit der Entwicklung der Glasfasertechnologie 1957 durch Hirschowitz eingeleitet.

Technisch wurde die Gastroskopie bis zum heutigen Tag derart perfektioniert, sodass die derzeit übliche Videoendoskopie nicht nur an wenigen Zentren, sondern auch routinemäßig in vielen Ambulanzen und Ordinationen zur Verfügung steht.

Über Technik und Möglichkeiten

Das moderne Endoskop ist 1 Meter lang mit einem Durchmesser von knapp unter einem Zentimeter. Über leistungsstarke Lichtquellen wird der Magen komplett ausgeleuchtet, sodass auch eine Fotodokumentation möglich wird. Über einen Kanal wird Luft in den Magen eingeblasen, ein weiterer wird zum Absaugen von Sekret und Mageninhalt benötigt. Zusätzliche Kanäle sind für Instrumente zur Gewebeentnahme, Blutstillung, etc. vorhanden.

Die heutigen Gastroskope sind weich und extrem biegsam, sodass die Spitze in jede Richtung bewegt werden kann und kein Teil des Magens der Untersuchung verborgen bleibt. Dadurch kann eine nahezu 100%ige diagnostische Treffsicherheit der Magenuntersuchung erreicht werden.

Eine exakte und sichere Untersuchung

Eine 6-stündige Nahrungskarenz ist zur Vorbereitung ausreichend, um eine exakte und sichere Untersuchung durchzuführen. Um den Würgereiz ein wenig zu lindern wird der Rachen zuvor mit einem lokalen Betäubungsmittel eingesprüht. Der Patient wird mit leicht erhobenem Oberkörper in Rücken oder linker Seitenlage gelagert. So kann die Optik unter direkter Sicht problemlos am Kehlkopf vorbei vorgeführt werden. Nun erfolgt die Inspektion der Speiseröhre, des Magens und des oberen Zwölffingerdarms bis zur Einmündung der Bauchspeicheldrüse. Bei der Spiegelung wird mit einer winzigen Zange routinemäßig eine Gewebeprobe entnommen. Dies ist absolut schmerzfrei. Eine Untersuchung auf spezifische Erreger (Helicobacter) ist obligat. Außerdem werden die Gewebeproben mikroskopisch untersucht. Das Ergebnis liegt zumeist nach 30 Minuten, spätestens nach wenigen Stunden vor und bestimmt die weitere Therapie.

Spezielle Färbetechniken der Schleimhaut (Chromographie) erweitern die diagnostischen Möglichkeiten. Kleine flache Polypen des Magens und oberflächliche Karzinome der Speiseröhre werden durch spezielle Farbstoffe angefärbt (Blue-dye oder Lugolsche Lösung). Dadurch werden diese gut sichtbar und können damit eindeutig diagnostiziert und einer adäquaten Therapie zugeführt werden.

es dauert nur wenige Minuten

Der untersuchte Patient kann anschließend seinen gewohnten Tätigkeiten nachgehen. In einigen Fällen (z.B. bei starkem Würgereiz) wird zusätzlich ein Beruhigungsmittel verabreicht. Danach sollte aber eine Ruhepause eingelegt werden, wobei auch vom selbständigen Autofahren verantwortungsvollerweise Abstand genommen werden muss.